Gedichte zum Muttertag

Muttertags-Gedichte

Wenn Sie schon immer poetisch interessiert waren oder einfach an ein Gedicht zum Muttertag denken oder Ihre kleine Überraschung durch ein Gedicht verzieren möchten, dann nehmen Sie sich etwas zeit und lesen weiter. Hier finden Sie jeden Tag aufs Neue eines der schönsten Muttertags-Gedichte von bekannten Dichtern und Autoren.

An meine Mutter

Ich bin’s gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen, Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe; Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe, Ich würde nicht die Augen niederschlagen.

Doch, liebe Mutter, offen will ich’s sagen: Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe, In deiner selig süßen, trauten Nähe Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.

Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget, Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet, Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?

Quält mich Erinnerung, daß ich verübet So manche Tat, die dir das Herz betrübet? Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?

Autor: An meine Mutter Titel: Heinrich Heine (1797-1856)

O Mutterliebe

Sorg’ und treu’, nie ausgeschöpfte Güte! Und immer alt, und immer neu; das dich die Allmacht hüte!

Autor: Karl Leberecht Immermann (1796-1840) Titel: O Mutterliebe

Meiner Mutter

Wie oft sah ich die blassen Hände nähen, Ein Stück für mich – wie liebevoll du sorgtest.

Ich sah zum Himmel deine Augen flehen, Ein Wunsch für mich – wie liebevoll du sorgtest.

Und an mein Bett kamst du mit leisen Zehen, Ein Schutz für mich – wie sorgenvoll du horchtest.

Schon längst dein Grab die Winde überwehen, Ein Gruß für mich – wie liebevoll du sorgtest.

Autor: Detlev von Liliencron (1844-1909) Titel: Meiner Mutter

Mutterglück

Seht das Kind, das holde, seht, Wie`s auf schwachen Füßchen steht, In dem Arm der Mutter hangt, Fröhlich hin und her verlangt.

Seht, wie hastig drängt es sich — Locken dort die Hände dich? Locken Kuß und Schmeichelwort? Magst dich von der Mutter fort?

O, es ist so furchtsam nicht, Auf des Schwesterchens Gesicht Setzt es keck sein Händchen drauf, Greift ins Haar und hält sich auf.

Feuchten Auges schaut sie hin Auf den holden Kindersinn — Weine, reinsten Glückes froh, Mutter, weine immer so!

Wie im Herbst die Rebe quillt Und den Drang des Glückes stillt, So durchdrängt die Mutterbrust Glückes übervolle Lust.

Doppelt sahst du dich erstehn, Junges Weib, noch hold und schön; Kaum dem eignen Lenz entflohn, Siehst du neuen Frühling schon.

Hast du je solch Glück gedacht, Fröhlich, kindlich, unbedacht? Glück, wie kannst du größer sein, Solch ein liebes Kind ward dein!

Wie es lächelt! Winkt dir nicht Durch dies Lächeln sein Gesicht? Liebe lacht so hell dich an Und ein vielgeliebter Mann.

Zeit entflieht mit raschem Schritt, Lenz und Jugend fliehen mit, Und der schöne Stern verging, Dessen Schimmer dich umfing.

Aber nein, er bleibt nicht fern, Sieh, er kommt als Morgenstern, Sieh, in deines Kindes Blick Leuchtet heller noch sein Glück!

Autor: Hermann Kletke (1813-1886) Titel: Mutterglück

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